KLATSCHMOHN.WORTBEITRAG.NET
WORTBEITRAG
Impressum
Hauptseite
---
Login
---
Januar
Dezember
November
---
WORTBEITRAG

13. Januar 2009, 20:50 Uhr, Klatschmohn

„Ich werde mich outen!“

Caroline lauscht in den kleinen Flur hinein. Niemand zu hören. Die Kinder sitzen vor dem Fernseher. Michael ist kurz rüber zum Nachbarn, ein Bierchen trinken. In gut einer halben Stunde wird er zurück sein. Diesen Moment möchte sie nutzen, um umgestört zu telefonieren. Sie wählt die Nummer ihrer besten Freundin Manuela. Es klingelt dreimal, dann meldet sich eine verschlafene Frauenstimme:
„Ja?“
„Manu?“
„Caro!“
„Kann ich kurz mir dir sprechen!“
„Aber immer doch, Süße – das weißt du!“ Manuela ist sofort hellwach und sofort im Gespräch mit ihrer Seelenverwandten.
„Ich habe mich entschlossen!“
„Zu was?“
„Ich werde mich outen!“
Ein kleiner Moment des Schweigens. Dann ein erschrecktes „WAS?“
„Ja, es ist an der Zeit. Ich kann mein Leben nicht mehr leben, als würde ich in diese kleine, gutbürgerliche Familie gehören und als würde ich in meinem ganzen Leben nix anderes mehr sein wollen, als Mutter zweier Kinder und Schwester meines Gattens!“
„Du willst offiziell machen, dass du auf Frauen stehst?!“
„Ja, ich will sagen, dass ich lesbisch bin. Ich kann mit Männern nicht. Nicht mehr. Nie mehr!“
Ihre Stimme wird deutlich lauter, als sie ihre Überzeugung ausspricht: „Und auch Michael gegenüber ist es einfach nur noch unfair, ihm etwas vorzuspielen, dass nicht mehr stimmt!“
„Was ist mit Laura?“ fragt Manuela, ahnend, dass diese unerwiderte Liebe der Auslöser fürs geplante Coming-Out ist, von dem sie erst alles hören möchte, bevor sie es beurteilt.
„Ich liebe sie. Das kann sie und das kann die ganze Welt wissen. Auch wenn ich damit leben muss, dass sie mich nicht will!“
„Du willst dich nicht etwa outen, in der Hoffnung, sie doch noch…?“
„Nein“, unterbricht Caroline ihre Freundin entschieden. „Nein, ganz und gar nicht. Ich habe in den letzten Tagen viel nachgedacht. Vorm Wochenende und nach dem Wochenende. Ich habe in den Nächten echt Scheiße geträumt. Und mich immer wieder gefragt, woher das kommt. Und ich kam immer mehr auf den Punkt, dass ich etwas ändern muss!“
„Weil du schlecht träumst?“
„Nein, weil ich bemerke, dass mein Innerstes sich schon die ganze Zeit gegen mein jetziges Leben sträubt. Nach und nach ausbrach und nun einfach seinen Platz einfordert.“ Sie redet sich in erregte Leidenschaft und vergisst darüber zu schauen, ob gar jemand von ihrer Familie die Treppen zu ihr hinauf ins Schlafzimmer kommt. Aber es kommt keiner. Es bleibt still um sie herum, während sie Manuela ihre aktuelle Entscheidung bekannt gibt.
„Ich bin lesbisch und ich will endlich diese Leidenschaft leben. Ich bin lesbisch, und ich will endlich eine Partnerin an meiner Seite wissen. Jemand, mit dem ich alt werden kann. Auch wenn es Laura nicht ist!“ Sie schluckt. Und dann bittet sie: „Hilf mir, lass mich nicht hängen, ja?!“
„Natürlich nicht, Süße. Überleg es dir gut. Aber ich stehe, bei allem was du tust, hinter dir. Das weißt du.“
„Danke“, haucht sie ins das Telefon, während zur gleichen Zeit ihre weinende Tochter die Treppen hinauf zu ihr rennt: „Mami, Mami …der Tobi hat mich gehauen!“
„Ich muss Schluss machen. Die Kinder!“
„Ja, ist okay, Süße. Meld dich einfach, ja?!“
„Ja. Danke. Ich habe dich lieb!“
„Ich dich auch!“
„MAMI…!“ kreischt es im Treppenhaus.

   kommentieren

12. Januar 2009, 17:49 Uhr, Klatschmohn

Albtraum

Nach einem gemütlichen Fernsehabend war Caroline früh ins Bett gegangen. Michaels Hand glitt unter ihre Bettdecke. Berührte sanft ihren Hinter. Streichelte über ihre Hüften. „Bitte nicht“, flüstere sie leise. Er zog seine Hand, wie so oft in dieser Situation, zu sich zurück und beide schliefen sofort ein.

Caroline fand sich in einem Traum wieder. Einem schrecklichen Traum.
„Komm zu mir …, komm zu mir“, flüsterte eine tiefe, raue Männerstimme. Sie stand gerade auf einer dunklen Straßen. Mitten im Regen. Hohe, alte Häuser um sie herum. Nirgends brannte ein Licht. Nur da. Nur da in diesem kleinen Hinterhof, auf den sie inzwischen zusteuerte. „Komm, komm zu mir…“ forderte diese Männerstimme unablässig, inzwischen in einem militärischen Ton. „Komm …! Lauf schneller!“ Sie beschleunigt ihren Gang. Stößt die Tür auf, hinter der ein schwaches Licht hervorschimmert. Steinerne, abgelaufene Treppenstufen führen hinab in den Keller. Sie steigt hinab. Bleibt vor einer stählernen Panzertür stehen. Diese öffnet sich automatisch. Einen kleinen Spalt. Sie tritt ein. Und erschreckt. Da sitzt sie. Laura. Auf einen Stuhl gefesselt. In einem flatterigen Nachthemd. Geknebelt. Ihre Haare zersaust. Die Schminke auf ihrem Gesicht, von vielen Tränenbächen, verlaufen. Über ihr leuchtet, an einem langen Kabel hängend, eine einzige Glühbirne. Die einzige Beleuchtung im ganzen Raum.
Die Tür fällt hinter ihr knallend ins Schloss. Sie erschreckt und schaut sich kurz um. Nimmt die Tatsache zur Kenntnis, aber das interessiert sie im Augenblick nicht. Sie will zu Laura. Sie will ihr helfen. Sie möchte gerade sagen: „Warte Laura, ich bin da. Ich helfe dir!“, da packt sie jemand hart und schmerzhaft an ihrem Arm und reißt sie zu sich herum. Es ist eine große, düstere, vollbärtige Gestalt. Sein Gesicht blau unterlaufen. Großporige Haut. Sein Atem riecht faulig. Er trägt einen blaue Arbeitshose und einen versifftes, ölverschmiertes Hemd. Sie starrt ihn panisch an, während er sie immer noch an ihrem Arm festhält. Sie kennt ihn. Ja, sie kennt ihn. Weiß aber nicht woher. Sie weiß es nicht, ist in ihrer Angst auch nicht in der Lage, darüber nachzudenken. „Schööööööön, dass du da bist“, haucht er ihr ins Gesicht und stößt sie hart bei Seite. So dass sie auf den großen Holztisch stolpert, der hinter ihr steht. Sie erstarrt in dieser Position, am Tisch gelehnt. Während er zu Laura geht, seinen Blick aber nach wie vor auf Caroline gerichtet. Laura zittert vor Angst und quietscht unter ihren Knebel um Hilfe, als er sich ihr nähert. Angstverzerrtes Gesicht, als er ihr mit seiner großen, groben Hand in den Ausschnitt fährt und fest ihre Brust quetscht. „Nein“, kreischt Caroline. „Nein, lass sie!“ Sie möchte aufspringen. Sie möchte ihn von ihr wegreißen. Ihr, ihrer geliebten Laura, helfen. Aber sie kommt aus ihrer Position nicht hoch. Wie versteinert steht sie mit dem Hintern am großen Holztisch gelehnt. Das Bild verzerrt sich, als der Vollbärtige sich vor Laura kniet. Deren Beine auseinander spreizt und sein Gesicht in ihren Schoß schiebt. Er schmatzt, als er sie mit der Zunge zwischen den Beinen berührt. Sie zittert. Sie schließt die Augen. Es laufen Tränen ihre Wangen hinunter. „Hör auf, hör auf!“ schreit Caroline hysterisch. „Lass sie, du Schwein.“ Da hält er inne und schaut zu ihr auf. Sein fieses Grinsen im Gesicht. „So, ich soll aufhören?“ fragt er, seine Stimme betont lang gezogen. „Dann fick ich dich jetzt!“ Caroline verspürt ein heftiges Ziehen in der Magengegend. „Du kannst es dir aussuchen – sie oder du?!“ Er lacht. Ein schallendes Lachen, dass in ihrem Gehör endlos nachhallt.
Er wendet sich von Laura ab, die inzwischen so hastig atmet, als habe sie einen Asthmaanfall. Er kommt langsamen Schrittes auf Caroline zu. Grob packt er sie, drückt ihren Oberkörper auf den Holztisch. Die Beine hat er mit zwei gezielten Griffen über seine Schultern gelegt. Er grapscht nach ihren Brüsten. Es tut furchtbar weh. Während sie den Schmerz spürt, sich wehren möchte, aber wie versteinert daliegt, zieht er ein Messer. Auf dessen großen, scharfen, Chromklinge das Licht der Glühbirne spiegelt. Er schneitet ihr den Schritt ihrer Hose auf. Ratsch. Ein zweiter Schnitt, damit durchtrennt er ihren Slip. Schon hat er seine Hose hinunter gezogen. Ein beißender, herber Geruch steigt in die Nase. Dann spürt sie ihn. Zwischen den Beinen. Erst seine Finger. Dann dringt in sie ein. Er stöhnt. Er röschelt. Jeder Stoß rüttelt ihren kompletten Körper. Es tut weh. Es brennt. Er sabbert aus Gier und der Speichel tropft auf ihren Oberkörper. Sie schaut an die Decke. Eine dunkle Betondecke, übersät mit Spinnenweben. Sie schließt die Augen. Und hört ihn umso deutlicher. Sein Stöhnen. Sein Schnaufen. Das Sabbern. Bis er in ihr kommt.
Dann liegt sie da. Allein. Verlassen. Unter dem schweigenden Blick der gefesselten Laura, und weint. Zusammengerollt, wie ein Embryo im Bauch seiner Mutter. Sie weint und weint und weint und weint. Bis sie irgendwann es schafft sich zu erheben. Sie löst die Fesseln ihrer Geliebten und nimmt ihr den Knebel ab. Ihre Tränen sind getrocknet. Ihr Gesicht ist versteinert. Laura erhebt sich langsam. Und sagt nur eins: „Alles deine Schuld!“ Sie läuft durch die geöffnete Panzertür, verschwindet und lässt Caroline mit diesem Vorwurf allein.

Caroline erwacht. Nass geschwitzt. Der Traum war so realistisch, so schmerzhaft realistisch, dass sie nun nicht anders kann, als zu weinen. Sie fühlt die Angst, die Panik, den Schmerz und den Scham. Und viel später noch, als sie in der Küche steht und ihren Kindern das Frühstück bereitet. Auch in dem Moment, in dem sie ihren Mann verabschiedet, der zu seiner Arbeit fährt. Auch später noch, als sie längst im Laden stand, in dem sie ein paar Stunden am Tag tätig ist.
Noch immer ist ihr ganz schlecht, ist aufgewühlt und in sich versunken zugleich.

   kommentieren

06. Januar 2009, 23:42 Uhr, Klatschmohn

Heimfahrt und Einsamkeit

„Nimm dir was zu Essen mit“, meinte seine Mutter am Nachmittag. „Brot, ich habe welches aufgetaut.“
„Danke, das ist lieb von dir!“
„Wann fährst du denn?“
„So gegen fünf habe ich gedacht!“
„Meinst du, dass das nicht zu spät wird? Die Temperaturen dann wieder anziehen?“
Tatsächlich fuhr ich halb fünf los. Und hatte, zu ihrer Enttäuschung, nichts zu Essen mitgenommen. Ist doch nur ein Abend, dachte ich mir, gesättigt wie ich nach dem reichhaltigen Mittagstisch noch war.
„Ist schon schwer der Abschied“, stellte die Mutter fest, als ich beim Gehen ihn in den Arm nahm, der seine Tränen nicht zu verbergen vermochte. „So lang am Stück warst du ja noch nie bei uns gewesen!“
Ich nickte. Umarmte auch sie. Bedankte mich für die schöne Zeit. Ein Dankeschön, dass ihr ein herzliches Lächeln auf die Lippen zauberte.
Meine dicke, blaue Reisetasche stellte ich vor die Haustür. Ich wollte sie nicht durch den engen Hinterausgang quetschen. Lieber dann von hinten nach vorn laufen, und sie von den Treppenstufen vor der Hautür abholen.
Mit ihm ging ich hinaus in den Hof. Der Abschied sollte doch etwas bleiben, was nur uns beide etwas angeht. Nur ihn und mich. Vor allem dann, wenn Tränen im Spiel sind. Ich befreite geschäftig das Auto von der dicken Schneedecke, während er mir ein paar Getränke zusammenräumte. Die mich mitnehmen sollte. Für die Fahrt und für danach. Ich räumte sie in das Auto. Auf die Rücksitzbank. Nicht leicht, denn auf dieser lagen bereits meine Tasche, Jacke, Daunenweste und einiges mehr und versperrten den Platz. Ich streckte mich und reckte mich, schnaufend. Dann umarmte ich meinen fröstelnden Schatz. Beide versuchten wir uns zu sagen: „Es sind ja nur zwei Tage!“ Nur zwei Tage, genau! „Bitte, bitte fahr vorsichtig“, seufzte er zum Abschied.
Dann stieg ich in das Auto, das noch immer mit Schnee bedeckt war. Aus der verschneiten Hofausfahrt hinaus, auf die Straße, vorbei an der dicken, blauen Reisetasche und bog die Straße Richtung Ortsmitte ab, denn ich musste ja noch tanken.
Ich fuhr. Es war glatt. Das erste, was mir auffiel war die Tatsache, dass es glatt war. Diese Tatsache zog die meine komplette Konzentration auf sich und weit weg von der vergessenen, dicken, blauen Reisetasche. Auf der Autobahn, so versuchte ich mich zu beruhigen, wie ich es vorher auch schon mit der Mutter und ihrem Sohn tag, würde sicher kein Schnee oder Eis liegen. Sicher ist diese trocken und gut zu befahren.
Ich fuhr.
Fuhr auf die Autobahn. Nur die Seitenstreifen waren gefroren, ansonsten war der Asphalt, wie von mir erhofft, trocken. Ich legte das Hörspiel ein, dass ich mir in Saalfeld gekauft und bisher noch nicht gehört habe. Hape Kerkeling erzählte mit seiner beruhigenden Stimme eine spannende und extrem lustige Geschichte, der ich meine Aufmerksamkeit schenkte, während ich über die Straße duselte.
Da! Stau. Kurz vor einer Baustelle. Sicher, sicher, sicher – eine Baustelle. Da ist ja auch schon das Baustellenschild. Was gibt der Blödmann hinter mir denn ständig Lichthupe. Arschloch blödes, fluchte ich innerlich. Bis zu dem Moment, in sich vor der Nase des Courgas ein Auto auftat. Welches auf den Rücken lag und alle Vier von sich streckte. Ich bremste. Bremste rechtzeitig, bekam einen herzhaften Schreck. Auf der Straße klitzerte das Eis. Hier, die einzige Stelle auf der kompletten Tour, die ich heute gefahren bin, die dick überfroren war. Und diese Stelle hat der kleine PKW erwischt, ist ins Schleudern gekommen und hat sich überschlagen. Es muss kurz, ganz kurz vor mir gewesen sein. Der Stau, in den ich mich begeben hatte, hielt schließlich nicht länger als eine Minute an. Das Fahrzeug lag auf der Mittelspur der dreispurigen Autobahn.
Menschen am Fahrbandrand. Die sich die neongelben Warnwesten angezogen hatten und emsig telefonierten. Ein zweites Fahrzeug war hinter ihnen zum Halten gekommen und hatte sich offensichtlich um die Passagiere des Unfallfahrzeugs gekümmert, so dass ich, wie all die anderen Autobahnteilnehmer, weiterfahren konnte.
Hape interessierte mich gerade nicht mehr. Das Bild hing in meinem Schädel und marterte sich in mein Hirn. Schrecklich. Wie schnell DAS passieren kann….
Kaum hatte ich den Anblick verdaut, obgleich nicht vergessen, überlegte ich mir: Hey, mein Hund heute so ruhig. Werde den doch nicht vergessen haben?! Nee, natürlich nicht. Schmunzeln! Wie könnte ich das. Aber, aber, aber … wenn nicht den … da fehlt doch was … die blaue Reisetasche. Mit sämtlichen, zum Großteil inzwischen wieder gereinigten Klamotten, die ich für zwei Wochen Reise eingepackt hatte. Na prima. Eilig fingerte ich im Dunkeln des Autos nach dem Handy. Irgendwo in meiner überfüllten Handtasche musste es sein. Und war es auch. Ein verpasster Anruf. Von meinem Liebsten. Wahrscheinlich hatte die dicke, blaue, vereinsamte Reisetasche Angst gehabt, sich eine Erkältung wegzuholen und an der Haustür geschellt. Er, mein Held, hat sie sicherlich ins Trockene gebracht.
Ich rief ihn an. Und ja, das hatte er. Er hatte sie gerettet. Mehr noch, mit dem Auto war er mir bis zur Tankstelle gefolgt, wollte sie mir hinterherfahren. Aber hatte mich verpasste. Tja, der langsame Astra kommt nun mal nicht gegen den PS-starken Courga an. Das ist mir ja auch klar. Aber habe ich jetzt was zum Anziehen. Diese Frage beschäftigte mich, während mir er liebevoll ins Ohr säuselte: „Brauchst dir keine Sorgen machen. Ich habe sie. Ist alles okay!“
Und wie ich mir Sorgen machte. Seine Mutter hatte das doch sicherlich auch mitbekommen. „Ja, aber sorge dich nicht. Ist doch halb so wild!“
Doch, es ist wild. Was denkt die denn jetzt, nach dem verlorenengegangenen Portemonaise, das sich erst nach Tagen auf dubiose Art und Weise wiederfand, nach der Tatsache, dass ich Wäsche-Trockner übervoll stopfe und nun auch noch arme, dicke Reisetaschen einfach aussetze, was für ein maßloses Schussel ich bin.
Ich mich noch in meinen Sorgen schwelgend, hatte kein Ohr für ihn, der mir erzählte, dass er diesen einen Kumpel getroffen habe. Ihn auf Wohnng ansprach. Und der eine wüsste. Zwei sogar. Große. Stehen leer. Schon seit langen.
„Was denkt nur deine Mutter“, jaulte ich.
„Ich habe ihm gesagt, die müssen wir uns unbedingt mal anschauen!“
Ah ja.

Ich fuhr. Die Straßen waren trocken. Hape erzählte munter seine immer spannend werdendere Geschichte und stellte die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten des Hörspiels mit vielen unterschiedlichen Stimmen und Stimmungen dar. Ich liebe Hape. Hatte ich das eigentlich schon mal gesagt?
Ich fuhr. Irgendwann begann der Knopf meiner Hose ein bisschen zu drücken. Irgendwann begann der Knopf meiner Hose böse zu kneifen. Dämliche Weihnachtsfresserei. Dieser Gedanke löste in meinem Magen hingegen nur ein Gefühl aus. Das Gefühl des Hungers. Und ich dumme Pute habe den gutgemeinten Ratschlag der Mutter abgelehnt, und eben nichts zu Essen mit auf Reisen genommen. Wat nu? Der Knopf biss in mein Bauch, meine Blase meldete sich inzwischen mit: „Ich muss mal!“ Und mein Magen, der hatte nur eins im Kopf: „Essen.“
Anhalten. An einer Tankstelle. Kurz vor Augsburg.
Vor mir parkte eine rostige Schrottlaube. Die nur die vielen bunten Aufkleber zusammenhielt, die an Seite und Hintern des Fahrzeugs klebten.
Aber dafür ein unvergesslich witziges Nummerschild hatte. ES für die Stadt. Danach EL. Lustig. Ist doch wirklich witzig, was manche aus Stadt- und Buchstabenkombination für lustige Worte schaffen. Heißt zusammen nämlich ES-EL. Und so sah das Ding auch aus. Aus diesem Auto stieg zeitgleich mit mir eine graue Gestalt aus. Gut ein Kopf kleiner als ich. Dick. Kurze rotbraune Haare. Grauer, nichtssagender Schlapperpullover, dunkle Jeans und hässlich, spitze Cowboystiefel. Ein Typ. Erst, als dieser Typ den Weg Richtung Damentoilette einschlug, stellte ich fest, dass es sich um eine O-beinige Frau handelte, die im Gegensatz zu mir die fünfzig Cent hatte, die der Automat wünschte, um freien Einlass zu den Sanitäranlagen der Rastanlage zu gewähren. Ich hatte nur einen Euro. Und der Typ, der die ganze Zeit vor der Schranke stand und diese missmutig anstarrte, hatte wohl nicht mal diese. 'Kein Wechselgeld', grinste der profitgeile Automat. Sollte ich jetzt den Euro reinstecken, nur damit ich mal pinkeln kann?! Nö, entschied ich mutig und kletterte gelenkig, unter den Blicken des starrenden Mannes, über die Schranke. Na also, geht doch. Gerade in diesem Augenblick öffnete sich die Toilettentür. Die Dicke mit dem Autokennzeichen ES-EL warf mir einen dumpfen Blick zu, als würde sie ahnen, dass ich in meinen Gedanken ein paar kleine Späßchen über sie gerissen habe. Ich übernahm die Toilettentür, schloss sie hinter mir ab und erledigte mein Geschäft.
Eine Tür weiter, das Rasthaus. Überteuertes Käsebrötchen (das hast`e nun davon, hättest mal auf Muttern gehört!) eigenhändig abgeschmeckt mit zwei, kostenlosen Tütchenketchup (na, da ist da Geld doch fast schon wieder drin!).
Fuhr ich los. Jonglierte das Brötchen zwischen Hand und Mund, um ja nichts von dem Ketchup (hätte ein Tütchen nicht gereicht???) auf meine Hose zu kleckern. War ich mir doch nicht mehr sicher, wie viele Sachen überhaupt noch in meinem Kleiderschrank zu Hause, und nicht in der dicken, blauen, vernachlässigten Reisetasche in Alzenau stecken.
Aber alles paletti, mir gelang dieses Meisterstück NICHT zu kleckern. Dankbar hörte auch der Hosenknopf auf zu Beisen.


Inzwischen daheim. Ein Einwegglas voll Zigarettenkippen erinnert genauso, wie das noch immer zerwühlte Bett im Schlafzimmer, daran, dass ich zuletzt hier mit ihm gewesen bin.
Habe ich bis jetzt munter in die Tasten geklopft, und mich dadurch hervorragend abgelenkt, breitet sich nun Leere und Einsamkeit aus.
Und ich beginne ihn schmerzlichst zu vermissen.

Ich greife zum Telefonhörer, will ihn wenigstens hören … wenn schon nicht fühlen ...

   kommentieren

06. Januar 2009, 23:36 Uhr, Klatschmohn

Essen gehen

Essen gegangen.
Mutter, er und ich.
Kurze Fahrt durch eisiges Wintergrau.
Angekommen. Kaum Platz gefunden.
Zwischen all den Rentnern, die sich am Sonntag mal was Gutes gönnen wollten.
Wir fanden einen Platz. Den einzigst freien Tisch. Lautstärkepegel so hoch, dass man sich unmöglich unterhalten konnte. Die Mutter versuchte es dennoch. Und es war anstrengend, gegen die lautstarken Schafskopfspieler an den drei Tischen gegenüber anzukommen. Immer wieder schlugen sie mit geballter Faust auf den Tisch. Manchmal auch mehrmals hintereinander. Ich kenne die Spielregeln nicht. Wahrscheinlich ist dies ein ganz wichter Ausdruck, dieser Schlag auf den Tisch. Mich jedenfalls nervte es Und seine Mutter erklärte sofort wieder, wir müßten Schafkopfspielen lernen. Ein sooo tolles Spiel. Also wenn sie damit einmal angefangen hat, könnte sie nimmer aufhören. Ich versuchte mir, die ansonsten die absolute Ruhe suchende Frau, inmitten der Herrenrunde vorzustellen. Aber es gelang mir nicht. Prost. Der Wirt der kleinen Dorfkneipe brachte mir mein Radler, ihr ihre Weinschorle und meinem Mann sein Bier. Prost. Ich nahm einen großen Schluck und schaute an den Tisch gegenüber. Hier hockte ein fettleibiger alter Mann, der zum Atmen den Mund leicht geöffnet halten musste. Ihm gegenüber eine kleine, karge männliche Gestalt. Die Nervosität und Unsicherheit ausstrahlte. Eine seiner Hand war verkrüppelt. Ein Geburtsfehler, so erschien es ganz offensichtlich. Selten, aber dann doch, sprach der kleine Karge mit dem Fetten ihm gegenüber. Und ich merkte, dass nicht nur seine Hand in Mittleidenschaft gezogen war, sondern auch seine Sprachfähigkeit. Ich verstand jedenfalls kein Wort. Und auch der Dicke, ihm gegenüber, tat sich schwer. Prost. Ich nahm noch ein Schluck. Konnte meinen Blick aber nicht von dem seltsamen, nervösen, dürren Mann mit Krüppelhand wenden. Ich fragte mich (autsch, wie unanständig) ob er jemals Sex in seinem Leben gehabt habe. Irgendwann einmal. Vor Jahren. Aktuell sicher nicht. Dann würde er nicht so verschüchtert wirken. Nein, auf keinem Fall. Eher war der Dicke ihm gegenüber sein Vater. Dessen Frau verstorben ist und der nun, in einem alten, bruchreifen Bauernhaus, mit seinem Sohn allein lebt. Sohn mit Krüppelhand. Zu den beiden gesellten sich zwei Frauen. Beide im Alter des Dicken, und damit weit aus älter, als die kargere Gestalt, die aber auch schon Falten und einige graue Haare trug. Eine der Frauen hockte sich neben ihn, trank sogar aus seinem Weißbierglas. Sie kannten sich. Ganz eindeutig - die kannten sich. Ihre Körperhaltung signalisierte eindeutig Distanz. Seine hingegen zaghafte Zuneigung.
Die andere Frau hatte sich neben den Dicken gesellt. Der inzwischen sein Hirschbraten in großen Stücken aß.
Am anderen Tisch unterhielten sich eine Gruppe von Frauen und Männern um die Sechzig über ihre Urlaube im Erzgebirge. 'Erinnerst du dich noch an den Dackel?'
'Nee, Elfriede, dat war doch ein Schäferhund!'
'Quatsch, kein Schäferhund. Ein Dackel, mit ganz krummen Beinen!'
Der Mann reagierte nicht. Seine Antwort - ein Schweigen.
Und die Frau fuhr fort, mit ihrer Urlaubserzählung längst vergangener Jahre. Der Mann schwieg weiter. Und die anderen aßen. Still und schmatzend. 'Und da will mir jemand erzählen, dass Hunde intelligent sind!' belächelte sie das arme Tier zum Schluss, das vielleicht schon gar nicht mehr auf dem Erdball lebt. So alt wie die Geschichte war, die die Frau erzählte. Und so wenig der Mann sich noch entsann, ob es sich um einen Dackel oder um einen Schäferhund handelt.
Am anderen Nachbartisch kristallisierte sich die weniger geschminkte Frau der beiden Frauen als Frau des Dickens. Nicht etwa, weil irgendeine zärtliche Geste zwischen den beiden zu sehen war. Nein, er posaunte nur zu der munter plappernden Bekannten, am Tisch der Sechzigjährigen, dass er nun mal eine Frau hätte, die fahren könnte. Endlich eine, die fahren könnte und die er nicht durch die Landschaft chauffieren müsse. Und prost. Mit seinen Worten nahm er einen großen Zug aus seinem Bierglas. Die Frau an seiner Seite lächelte schüchtern.
Der nervöse Karge von deren, mit Krüppelhand, war inzwischen aufgestanden und unterhielt sich mit der Kellnerin. Die an der Theke lehnte. Und sichtlich alles lieber tat, als sich jetzt zuschwatzen zu lassen. Ihr Gesicht war von ihm abgewandt, während er redete.
Der Wirt, wahrscheinlich ihr Mann, brachte endlich unser Essen. Hirschbraten. Wunderbar mürbe und lecker. 'Guten Appetit', meinte er, mit schielenden, offensichtlich ebenfalls von Geburt aus beschädigten Blick, und verschwand wieder. Prost. Ich nahm einen Schluck vom zweiten Radler. Genoss das Essen. Konnte meine Augen aber nicht von dem Kargen, irgendwie extrem gruslig wirkenden Mann lassen. Der hatte noch nie Sex. Diese Überzeugung huschte durch mein Hirn. Warum auch immer ich gerade jetzt daran denken musste, stellte ich mir weiter vor, wo er seine Befriedigung holt. Sicher, ja ganz sicher, hat er noch irgendeine perverse Neigung. Autsch - sehen so gar Vergewaltiger aus.
'Beim Fritz um die Ecke, da ist der Friedhof, wo die Hunde begraben werden', schallte vom Tisch der Sechzigjährigen rüber. Die Frau, die vorhin die Urlaubserzählung vom besten gab und ganz sicher war, dass es sich um einen krummbeinigen Dackel und nicht um einen deutschen Schäferhund handelt, blabberte munter weiter. Während ihre Begleiter weiter aßen. 'Dort werden die großen Hunde beerdigt!'
Ach so, und wo die Kleinen? Sind nicht gerade die Kleinen diese, die einsamen alten Leuten in leeren Stunden Kinder und Partner erstetzen? Diese, die vermenschlicht werden und nach ihren Tod ihr eigenes Grab, anstatt die Schwender zu erwarten haben?
Ich ging dem Gedanken nicht weiter auf dem Grund. Einigte mich darauf, dass auf diesem Friedhof große und KLEINE Hunde beerdigt werden und aß meinen leckeren Hirschbraten mit Preiselbeeren weiter.
Bis zum süßen Ende.

Nach dem Essen fuhren wir. Mein Liebster ließ seine Mutter und mich am Waldesrand raus. So dass diese und ich eine Stunde lang durch die kaltgraue Winterlandschaft, bergauf- und bergab stapfen konnten. Tat dem Gemüt, aber sicherlich auch unseren übersättigten Körpern gut.

   kommentieren

09. Dezember 2008, 19:14 Uhr, Klatschmohn

Schreiben.

Schreiben.
Gedankenfetzen. Schießen in meinen Kopf und unterbrechen immer wieder meine Arbeit. Sie möchten raus. Bitten darum, angehört und zu Papier gebracht zu werden. Wenigstens ein paar Notizen. Die später doch erweitert werden können. Jedoch ja nicht müssen. Manchmal sind es ja ausgerechnet die kurzen Sätze, die Wortspiele und Gedankenfetzen, die auf einen nachhaltig wirken.
„Bitte“, sagen sie, meine Gedanken und Fantasien. Es ist gut, denn lang genug hat sich mein Hirn im Nebel befunden. Ein klares Denken, das Konzentrieren und das „in mich hineinhören“ war kaum oder gar nicht möglich. Ich bin ja froh, dass sie zurückkommen. Das sie da sind. Dass sie sich melden. Würde ihnen nur gern im Augenblick mehr Raum geben. Ich würde zu gern MIR im Augenblick mehr Raum geben.

Ich möchte schreiben. Schreiben. Weitaus kreativer, spannender, packender als ich es gerade tue. Früher, ja früher, in meiner Jugend – da konnte ich schreiben. So grandios, dass ich mehr als einmal die Empfehlung bekommen haben, mein Schreiben auszubauen. Richtig zu schreiben. Im großen Stil zu texten!
Sie dachten an ein Buch. Ein Buch?! BUCH?!
Ganz früher habe ich meine geschriebenen Kurzgeschichten meinem Deutschlehrer mit nach Hause gegeben. Er übte ernste, anerkennende und manchmal auch nicht allzu sanfte Kritik. Gab mir damit aber eine große Lehre mit auf den Weg.

Ein Buch.
Ach Quatsch! Wer kann denn schon ein Buch schreiben?
Dem Thema treu- und dem Leser spannend bleiben.
Am Anfang wissen, was das Ende bringen soll.
Zeit finden, Zeit nehmen.
Wer kann das schon?
Ich nicht!

Aber das Schreiben ist mir eine große Freud.
Das Schreiben liegt mir sehr am Herzen.

Wohin nur mit meinem Verlangen?

   kommentieren

20. November 2008, 16:24 Uhr, Klatschmohn

auf dich!

ich betrete diesen raum erneut. draußen ist es kalt. es stürmt. temperaturen sind unter den gefrierpunkt gesunken. ich suche einen warmen, gemütlichen ort und lande hier. ich schaue mich um. hier seid ihr, ihr zuschauer. zuhörer. zuleser?

ich ergreife mir einen. dich, dich da drüben. komm, komm wir gehen. komm, wir gehen hinaus. wir schweben hinaus. dorthin, wo die sonne scheint.

wir sind verschwunden. du und ich. gelandet. an einem herrlich weiten, großen strand. warmer, weißer sand kitzelt unter unseren füßen. das meer rauscht. möwen kreischen in der ferne. die luft riecht salzig. das meer rauscht. leicht begleitet stehen wir uns gegenüber. du und ich. ein sommerabend. komm, lass uns ein stück laufen.

wir gehen nebeneinander her. schweigend. ich sehe zu dir herüber. du schaust fragend. und noch bevor du deine gedanken in worte fassen kannst, entziehe ich dir die antwort: 'frag nicht. frag nicht, wo du bist und wie du hergekommen bist. ich kann DAS halt und teile diesen moment mit dir!'
noch nicht ganz zufrieden mit meiner antwort, aber doch einverstanden läufst du neben mir her. größer als ich bist du. und schlank. athletisch dein körper. verschmitzt dein lächeln, das sich inzwischen in deinem gesicht entfaltet.

'schau da drüben', entfährt es dir begeistert. 'schau!' ich blicke in die richtung in die du zeigst und sehe ein lagerfeuer mit einem dutzend menschen darum. erstaunt bin ich, als du plötzlich zu rennen beginnst. du stürmst in die richtung. ich folge dir, kann aber nicht schritt halten. du bist mir zu schnell. schlingel du!

wir kommen an. menschen in leichter kleidung und mit blumenschmuck und algenkränzen im haar, tanzen um das feuer. die meisten der anwesenden männer mit nacktem oberkörper. ein mann und eine frau mit einer gitarre in der hand, spielen und singen zu mireißender, rhythmischen musik. eine frau packt dich an deiner hand. sie tanzt um dich herum. sie sinkt. sie neckt dich. und du lachst. lachst ausgelassen. die frage vergessen, was wir hier tun. ein alter mann steht inzwischen neben mir. 'komm sonnenschein', lädt er mich auf seine decke ein. er hält mir eine geöffnete flasche wein entgegen. und schaut, genau wie ich, schweigend den treiben zu.

du tanzt noch immer mit der frau. lachst mit ihr. inzwischen bewegen sich eure körper schon viel näher zusammen, als sie es zuvor noch getan haben. du schaust nicht mehr zu mir herüber.

der alte mann neben mir hat sich ein pfeife angzündet. er reicht sie mir. ich nehme einen kräftigen zug. blase den rauch aus meinen nasenlöchern heraus. angenehm schwindlig wird mir, als ich sehe, wie ihr euch küßt. du und sie. zwei gestalten, eng umschlungen. du berührst ungeniert ihre brüste. und deine zweite hand presst ihr hüften an die deinen. du krallst dich in ihr haar. ihr lachen verwandelt sich in ein lustvolles jauchzen.

der alte mann neben mir beobachtet die beiden genau wie ich und schmunzelt zufrieden in sich hinein. ich schaue hinaus aufs meer. ein schiff in der ferne. es hubt, als wolle es uns grüßen.

als ich meinen blick zurückkehre, zurückkehre zum feuer, sitz ich hier allein. auf der decke. an dem feuer. hallo, wo seid ihr?! und wo bist du?
ich kenne deinen namen nicht. nach wem soll ich rufen? 'hallo', schreie ich. und nochmal: 'hallo!' wo bist du nur! gott, ich muss dich doch zurück bringen. ich kann dich doch nicht ... nein.

ich stehe auf. es ist noch immer angenehm warm. der himmel hat sich erdunkelt. die sterne scheinen über meinen kopf. das meer rauscht. und das feuer, schnell und viel zu schnell, am abklingen.

'komm zurück', schreie ich. letzendlich hauche ich es nur noch. und ahne, du willst das sein in dieser sommernacht nicht gegen den trostlosen november in deutschland tauschen.

ich kehre zurück. zurück in die community. und hoffe, dir hier vielleicht doch irgendwann wieder zu begegnen.

auf dich!

   kommentieren

18. November 2008, 21:58 Uhr, Klatschmohn

ganz neu

neu.
ganz neu.
mein erster eintrag.
meine ersten worte, die ich tippe.
meine ersten schritte, die ich hier gehe.
langsam. vorsichtig. vorantasten.
umschauen. wo bin ich hier?
ein großer, unbekannter raum.
mit vielen menschen, ohne gesichter.
zuhörer, die kein wort hören.
leser, die alles erfahren wollen.
kann ich hier ich sein?
mich hier entfalten?
ansprechen, aussprechen, spielen, toben, fluchen, philosphieren, experimentieren, ungeniert ich selbst sein?

kann ich das?
ich schaue mich um. sehe niemand. spüre sie. freu mich darauf. fantasiere, was ich hier ausleben kann. vor ihren augen und mit ihnen.

bin momentan aber noch ein wenig schüchtern ...

  1 Kommentar

Klatschmohn im Januar | Dezember | November |
1924 Wortbeiträge in 232 Wortstationen | RSS-Feed | Kredits | Hosted by NETZONE | © 2003 - 2004 by NETZLABOR